Sch... Sch... Schneeeeeee :-)
Na endlich! Wir haben hier schon alle verdammt lange auf ihn gewartet. Ja, die kleinen weissen Kristalle, die vom Himmel fallen und alles so schön weiss machen, haben endlich auch in Massen den Weg nach Genf und in die Alpen gefunden.

Und jeder Kristall ist einzigartig (Nachtrag 06.02.07: mir fällt gerade ein, dass ich vielleicht hätte erwähnen sollen, dass ich dieses Bild bei Wikipedia eingeklauft habe :-), ich möchte mich hier also nicht mit fremden Flocken schmücken)
Und letzte Woche sah es dann so von meinem Balkon aus:

Es hiess dann jetzt: ab in die Berge zum Skifahren. Wie passend, dass gerade das 24h Skirennen in Verbier anlag :-) Wir uns also am Samstag in aller Frühe auf den Weg nach Verbier gemacht, um dort um 12 Uhr das Skirennen zu beginnen. Serono war unser Sponsor, denn das Skirennen galt einem guten Zweck, und zwar für bedürftige Kinder. Für jeden Kilometer den wir gefahren sind, hat Serono, soweit ich richtig informiert bin 1CHF bezahlt. Es galt in 4er Gruppen eine bestimmte Strecke zu fahren und immer nur einer konnte Punkte sammeln. Tagsüber war die Strecke 11km lang, nachts um einiges kürzer, ich denke 6km. Da wir allerdings einen Skipass für das ganze Skigebiet hatten, gehörten wir nicht zu den bekloppten, die wie irre nur stumpf die gleiche Strecke hinunter gerast sind. Nachts dagegen durfte nur die Person fahren, die auch Punkte sammelt, d.h. eine Person pro Team. Und für die, die schonmal Skifahren waren, es kann ganz schön hässlich auf einer Piste werden, auf der viele Leute lange fahren und so wurde es zunehmend eisiger und eisiger und man hat keine Halt mehr und rutscht weg. Das kann verdammt gefährlich werden und so sind wir nachts alle mit einem Helm gefahren. Ein Licht am Kopf war sowieso schon Pflicht, kalt war es auch und überhaupt nur ungemütlich. Aber was erzähl ich das alles, bitteschön:

Marc und ich. Ich bin der Alien mit der Lampe am Kopf. Wir sind fast fertig eingepackt und gegen die Schneekanonen, die Kälte und die Dunkelheit gewappnet.
Schlafen war ja eh nicht angesagt, aber es war für eine "Unterkunft" gesorgt, so dass wenigstens die Möglichkeit bestand sich mal auszuruhen. Wir hatten uns das alle glaube ich etwas besser vorgestellt, aber die

Komfortables nächtigen...
Insgesamt waren es 118 Teams à 4 Personen, aber es haben viele die ganze Nacht durchgemacht und sind Skigefahren. Und wisst ihr wie kalt es draussen war? -10 Grad. Die Leute von der Orga waren aber ja so schlau eine Heizung anzubringen, die jedoch zunächst nicht funktionierte. Zumindest war das um 1 Uhr so, als die ersten von uns schlapp gemacht haben. Ich war bis 2Uhr Skifahren. Danach waren meine Beine fertig, von Müdigkeit komischer Weise jedoch keine Spur. Aber gut, man kann sich ja vielleicht dochmal in das Domizil zurückziehen und ein wenig ausruhen, wenn man eh nicht Skifahren darf. Also auf auf zum Zelt und siehe da, warm. Zu warm, besser gesagt heiss und irre trockende Luft. Die Leute lagen in Unterwäsche auf ihren Schlafsäcken. Komischerweise war mir nach einer gewissen Zeit aber doch kalt, also Pulli wieder anziehen. Von Schlafen kann aber nicht die Rede gewesen sein. Vielleicht eine Stunde, aber um 6 hatte ich dann keine Lust mehr, denn ständig trampelte einer mit seinen Skischuhen über den Holzfussboden (wir erinnern uns, es war ein Zelt, in dem wir lagen) oder brabbelte oder was auch immer. Noch dazu lag ich zwischen zwei Matratzen, weil sich natürlich bereits andere Leute auf meine gelegt hatten. Super. Naja genervt um 6 Uhr wieder hoch und freute mich dann schon darauf mir das Gesicht waschen zu können und die Zähne zu putzen, in der Hoffnung mich etwas besser zu fühlen. Also Sachen geholt und auf Richtung Klo. Und dann? Böse Ueberraschung, die Tür war verschlossen. Meine Laune sankt augenblicklich unter den Nullpunkt. Aufs Dixoklo wollte ich patu nicht gehen, also das mal eben so erledigt und Zähne notdürftig mit Termoskannenbecher und Wasser geputzt - nerv. Gesichtwaschen war dann eben nicht mehr drin. 2h später mit einem guten Frühstück im Bauch war das dann auch wieder vergessen und so galt es: Skischuhe anziehen und rauf auf den Berg, um Punkte zu sammeln. Zu den Skischuhen noch vorweg eine kleine Story.
Ich habe meine erst nachts um 2 Uhr ausgezogen, denn ich hatte mir Freitag Abend ein paar neue gekauft. Eigentlich hatte ich ja so mordshässliche 20 Jahre alten Dinger, von denen ich immer gelaubt habe, sie seien bequem... Aber bei einem Sportgeschäft hier in Genf gab es auf bereits reduzierte Sachen nochmal 50% (hier wird generell schon mehr reduziert, als in Deutschland) und ich wollte eigentlich nur ein paar Handschuhe und eine Mütze kaufen, als ich plötzlich die Schuhe für 60CHF (45EUR) gesehen habe. Vorheriger Preis: 150EUR. Also erstmal zugeschlagen. Eine warme Skihose für 25EUR gleich dazu und siehe da: super Schnäppchen gemacht. Und beides echt gute Marken. So, und wenn man aber neue Skischuhe kauft ist das in etwa mit neuen Stöckelschuhen zu vergleichen. Sie drücken. Also bloss nicht ausziehen, wenn es noch nicht sein muss, denn es macht danach keinen Spass sie wieder anzuziehen. Aber zum Schlafen musste das sein. Nun gut, irgendwie werde ich da schon wieder reinkommen. Dem war dann auch so, aber schön war was anderes.
Also um 7.30Uhr rauf auf den Berg und ein paar Bilder vom Sonnenaufgang gemacht. Durch meine Skibrille sah das allerdings noch etwas dramatischer aus.
Die Piste war jedoch so vereist, dass es wirklich keinen Spass gemacht hat und so beschloss ich bis 9Uhr zu warten, denn ab dann haben die anderen Lifte auch geöffnet und die anderen durften auch wieder mitfahren und so sind wir dann hoch und haben das tolle Wetter und den Schnee genossen. Um 12Uhr war dann das Ende des 24h Skifahren angesagt, also kurz nach unten, Verstärkung zu uns genommen und die, die von uns im Zelt
Fazit: es ist total verrückt 24h Skizufahren, insgesamt haben die 118 Teams 35480km zusammen gefahren, nachts Skifahren ist toll, pro Team haben wir 182CHF zusammen bekommen und es hat echt Spass gemacht!
Der Schlaf fehlt mir immer noch, da ich den bis jetzt noch nicht nachgeholt habe, aber mal gucken, wie ich die Woche noch zu Ende bringe. Da Immo für eine Woche beim Skifahren in der Schweiz ist, habe ich mir Freitag freigenommen (freibekommen), und werde am Donnerstag abend dort hinfahren, um mit ihm und seinen Leuten den Freitag auf der Piste zu verbringen, denn es sind nur ca. 2h von hier, was ja durchaus nicht weit ist. Sehr schöne Aussichten also!
Und hier jetzt noch ein paar Eindrücke vom Wochenende:

Schneekanonen liefen den ganzen Tag, um die Piste wenigstens etwas zu erhalten.

Diese blöde Begrenzung rechts schneide ich bei Gelegenheit noch weg.

Träum

Skifahren und Paragliden, der Sinn besteht darin auch mal wieder auf der Piste aufzusetzen und dann weiter zu fliegen.
Ansonsten ist hier alles in bester Ordnung. Ich bin bis jetzt die einzige, die nach dem Umzug schon richtig viel im Labor gearbeitet hat, denn es sind wahnsinnig viele Dinge, die hier nicht funktionieren. Zu Beginn war die Eismaschine noch nicht installiert, und ich brauchte aber dringend welches, also bin ich ins Restaurant gegangen und habe dort welches geholt. Und ansonsten ist hier auch viel Improvisation angesagt. Aber es geht. Habe ja nur noch 4 Wochen und ich muss mich langsam mit dem Gedanken anfreunden nicht mehr lange hier zu sein, aber ich freue mich auch schon wieder auf zu Hause. Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie man so schön sagt. Aber vorher heisst es noch ein bisschen Skifahren und Genf geniessen :-)




































