Am Donnerstag war es soweit. Es stand eine Tour auf den Grand Salève an, einer der Berge, den ich jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit angucke und mir denke: Toll! Berge sind was schönes. Und wenn man oben drauf steht sowieso und wenn man drauf Skifährt erst recht :-)
Nun gut, lange Rede kurzer Sinn, von der Firma organisiert einer jeden Donnerstag nach der Arbeit das Erklettern des Grand Salève mit anschließendem Abendessen in einem kleinen Restaurant. Naja, also so schlimm kann das ja nicht werden, dachte sich die Jenny. Mir wurde geraten ein extra T-Shirt mitzunehmen, da einem doch schon warm werden kann und wir oben ja noch Essen wollten. Gut, nachvollziehbar, also eins eingepackt.
Es ging dann erstmal mit dem Auto bis zum Fuß des Berges. Der Berg ist so ca. 1200m hoch und grob geschätzt hatten wir ca. 800m vor uns.
Ich war noch guter Dinge:
Im Hintergrund der Grand Salève, wir sind aber rechts im Grünen hochgelaufen. und habe die Paraglyder bestaunt
Wenn die landen und mit ihren RIESEN (die sind wirklich riesig!) Rucksäcken durch die Gegend laufen, sieht das echt komisch aus :-)Nun gut, die anderen in kurzer oder zumindest recht dünner Hose, ich hatte mir gerade meinen Pulli wieder angezogen, weil es doch recht kühl war und dann gings los. Der "Weg" führt durch die Bäume nach oben. Aber nach den ersten paar Metern musste ich schon feststellen, dass es doch recht anstrengend sein kann, wenn man nur steil bergauf geht. Nach dem ersten kurzen Pause und einem schönen Ausblick auf Genf auf dem leider der Genfer See nicht zu sehen ist (der Berg ist im Weg - die Sau).

wurde dann erstmal gescherzt, dass alle ab hier nur noch rennen. Fand ich witzig - noch. Und dann gings eigentlich erst so richtig los. Im wahrsten Sinne über Stock und Stein, steil und steiler. Nach 10 Minuten dachte ich, dass ich das nie schaffen würde. Es war eine gute Stunde vorgesehen und die anderen sind wirklich regelrecht hochgerannt. Ich hechelnd hinterher. Ab und an wurde mal gefragt, ob es mir noch gut geht, ein gequältes: "Yeah, I am fine" konnte ich auch gerade noch sagen. Irgendwann gewöhnt man sich dann dran und guckt nicht alle 5 Minuten auf die Uhr, in der Hoffnung schneller anzukommen. Die Aussicht zwischendrin hat das ganze etwas angenehmer gemacht.
Auf halber HöheOben angekommen war die Dämmerung leider schon recht gut zu Gange, aber es sind ein paar schöne Bilder entstanden:
Gen Westen fotografiert
Was soll man dazu noch sagen?Im Großen und Ganzen habe ich das alles mit einem nassen T-Shirt, einer heraushängenden Zunge und sogar ohne Muskelkater (!) überstanden. Und die Aussicht hat dann auch alles wett gemacht.
Tja, und weils so schön war tu ich mir das ganze kommenden Donnerstag gleich nochmal an. Das Restaurant schließt dann nämlich bis Mai und es war wirklich sehr lecker und sehr typisch für hier. Wir sind übrigens von der Schweiz nach Frankreich gelaufen. Ist mir erst oben aufgefallen, als ich feststellte, dass die Preise in Euro sind.
Und noch etwas, was ich in Deutschland noch nie erlebt habe, hier aber sehr üblich ist. Wenn man mit mehreren Essen geht wird nachher nicht auf den Cent genau ausgerechnet wer was bezahlt hat, sondern der ganze Betrag wird durch die Anwesenden geteilt und jeder zahlt das gleiche. Egal ob man noch einen Rotwein zum Essen hatte und einen Nachtisch bestellt hat oder nicht. Oder hat das schonmal jemand gehört oder sogar selbst erlebt?
Ich finde es in jedemfall gewöhnungsbedürftig, aber nicht schlecht. Sollte man nur vorher wissen.